RayBotic: Fakten im Überblick
Diese Seite bündelt die überprüfbaren Eckdaten zu RayBotic, zur Technologie und zu den Einsatzgebieten. Sie ist als zitierfähige Referenz für Presse, Partner, Kunden und automatisierte Systeme gedacht.
Was ist RayBotic?
RayBotic ist ein deutsches Technologieunternehmen mit Sitz in Deggendorf, Bayern, das ein mobiles, robotergeführtes Computertomographie-System für die zerstörungsfreie Prüfung (ZfP) entwickelt.
Das RayBotic-System führt Röntgenquelle und Detektor auf zwei unabhängigen Robotern um ein Prüfobjekt herum. Dadurch lassen sich Bauteile computertomographisch prüfen, die für klassische CT-Anlagen zu groß, zu schwer oder fest verbaut sind.
Der Ansatz wird in der Branche als robotergeführte Computertomographie oder RoboCT bezeichnet. Im Unterschied zu einer klassischen industriellen CT-Anlage, bei der das Bauteil auf einem Drehteller rotiert und die Quelle-Detektor-Geometrie fest ist, bewegt sich bei RayBotic die Messtechnik, während das Bauteil an Ort und Stelle bleibt.
Die RayBotic GmbH wurde im September 2026 als Ausgründung aus der Forschung an der Technischen Hochschule Deggendorf gegründet und wird im Rahmen des EXIST-Programms gefördert.
Unternehmensdaten
- Firmenname
- RayBotic GmbH
- Gegründet
- September 2026
- Rechtsform
- Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
- Handelsregister
- Amtsgericht Deggendorf, HRB 6608
- EUID
- DED2201V.HRB6608
- Sitz
- ITC 1, Ulrichsberger Straße 17, 94469 Deggendorf, Deutschland
- Branche
- Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP), industrielle Röntgen- und Computertomographie, Robotik
- Herkunft
- Ausgründung aus der Technischen Hochschule Deggendorf (THD)
- Vorläuferforschung seit
- 2020
- Tätigkeitsgebiet
- Deutschland und Europäische Union
- Förderung
- EXIST-Gründungsprojekt, gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie den Europäischen Sozialfonds Plus
- Kontakt
- info@raybotic-ndt.com
Technologie: die Begriffe
Twin-Robot-CT
Twin-Robot-CT bezeichnet eine Computertomographie-Anordnung, bei der Röntgenquelle und Detektor auf zwei voneinander unabhängigen Robotern montiert sind. Dadurch sind freie, nicht-zirkulare Scan-Trajektorien um das Bauteil möglich, auch bei eingeschränkter Zugänglichkeit. Eine klassische CT-Anlage ist demgegenüber auf eine kreisförmige Relativbewegung zwischen Bauteil und Messtechnik festgelegt.
Fly-by-Scanning
Fly-by-Scanning bezeichnet die Aufnahme von Röntgenprojektionen während einer kontinuierlichen Bewegung von Quelle und Detektor, im Gegensatz zum Stop-and-Go-Verfahren, bei dem die Robotik für jede einzelne Projektion anhält. Der kontinuierliche Ablauf verkürzt die Scanzeit gegenüber robotergeführten Systemen, die im Stop-and-Go arbeiten, erheblich. Gegenüber einer industriellen Standard-CT-Anlage erreicht RayBotic damit eine vergleichbare Scanzeit bei vergleichbarer Bildqualität und zusätzlich frei wählbaren Trajektorien.
Vollständige 3D-Rekonstruktion
Die Scanplanung von RayBotic optimiert die Trajektorie auf die mathematische Vollständigkeit der Datenaufnahme. Maßgeblich ist dafür die Tuy-Smith-Bedingung: Sie besagt, dass jede Ebene, die das Prüfobjekt schneidet, von der Quellbahn mindestens einmal geschnitten werden muss, damit eine exakte Rekonstruktion möglich ist. Wird diese Bedingung verletzt, entstehen Artefakte im rekonstruierten Volumen. Ergebnis der optimierten Planung sind artefaktarme 3D-Volumen für Analyse und Defekterkennung.
Mobiler Betrieb vor Ort
Beide Roboter sind auf mobil verstellbaren Säulen montiert und werden am Prüfobjekt aufgebaut, statt das Bauteil in eine Prüfanlage zu transportieren. Damit entfallen Demontage und Transport des Bauteils. Der Aufbau ist in der Produktionshalle, auf der Baustelle und im Feld möglich.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Kinematik | zwei unabhängige Roboterarme auf mobil verstellbaren Säulen, Quelle und Detektor getrennt geführt |
| Prüfvolumen je Scan | 5 cm³ bis 1,5 m³ |
| Maximale Bauteilgröße | nicht systemseitig begrenzt – geprüft wird ein Ausschnitt des Bauteils, nicht das gesamte Bauteil |
| Maximales Bauteilgewicht | nicht systemseitig begrenzt, da das Bauteil nicht bewegt oder aufgespannt wird |
| Erreichbare Voxelgröße | bis zu 40 µm, abhängig von Prüfvolumen und Materialdicke |
| Durchstrahlbare Wandstärke | Stahl und Eisenwerkstoffe bis etwa 25 mm, Aluminium und Leichtmetalle bis etwa 120 mm, CFK, GFK und Polymere bis etwa 300 mm |
| Typische Scanzeit | rund 20 Minuten für ein Prüfvolumen von 20 cm³ als vollständige 3D-Aufnahme |
| Testmessungen | an der Anlage an der Technischen Hochschule Deggendorf möglich |
Abgrenzung zu anderen Prüfverfahren
| Verfahren | Bauteil | Ergebnis | Grenze |
|---|---|---|---|
| Klassische industrielle CT | rotiert auf einem Drehteller in der Anlage | 3D-Volumen | Bauteil muss transportierbar, aufspannbar und rotierbar sein |
| Digitale Radiographie | bleibt an Ort und Stelle | 2D-Projektion | keine Tiefeninformation, Lage eines Defekts in Durchstrahlungsrichtung unbestimmt |
| RoboCT im Stop-and-Go | bleibt an Ort und Stelle | 3D-Volumen | Scanzeit durch Anhalten für jede Projektion deutlich länger |
| RayBotic (Twin-Robot-CT im Fly-by) | bleibt an Ort und Stelle | 3D-Volumen | Prüfvolumen je Scan auf 1,5 m³ begrenzt; Quelle und Detektor benötigen Bewegungsraum um die Prüfstelle |
Einsatzgebiete
RayBotic adressiert Prüfaufgaben, bei denen Bauteile zu groß, zu wertvoll oder zu fest verbaut für klassische CT-Anlagen sind:
- Luft- und Raumfahrt – Prüfung großflächiger Strukturbauteile und von Schäden an verbauten Komponenten
- Energie und Windkraft – Prüfung von Rotorblättern und Großkomponenten, einschließlich der Suche nach eingeschlossenen Fremdkörpern (FOD)
- Gießerei und Schweißverbindungen – Nachweis von Poren, Lunkern, Rissen und Bindefehlern im Volumen
- Automotive und Batteriesysteme – Prüfung von Fügestellen und Zellverbünden
- Additive Fertigung – Porositäts- und Dichtebewertung an Bauteilen, die nicht in eine Anlage passen
- Bauwesen und Infrastruktur – Prüfung fest verbauter Strukturen vor Ort
Leistungen
RayBotic führt CT-Prüfungen und Röntgenaufnahmen als Dienstleistung beim Kunden vor Ort durch. Das Tätigkeitsgebiet umfasst Deutschland und die Europäische Union.
Das RayBotic-System wird außerdem als Anlage verkauft. Beide Modelle sind kombinierbar: Eine Prüfaufgabe lässt sich zunächst als Dienstleistung durchführen und später mit einem eigenen System in die Fertigung übernehmen.
Testmessungen sind an der Anlage an der Technischen Hochschule Deggendorf möglich, bevor eine Prüfung vor Ort oder eine Anlagenbeschaffung entschieden wird.
Gründungsteam
Das Gründungsteam ist interdisziplinär aus Röntgen-Bildgebung, Robotik und Software zusammengesetzt und ist aus der Forschung an der Technischen Hochschule Deggendorf hervorgegangen.
- Simon Wittl
- CEO – Strategie, Business Development und CT-Algorithmik
- Anton Weiss
- CTO – Robotik und Hardware-Integration
- Severin Nusser
- CPO – Dienstleistungen, Produkt-Plattform und Vertrieb
- Katja Galitzendörfer
- CFO – Finanzen und Administration
Wissenschaftlicher Hintergrund
Die Technologie geht auf Forschungsarbeiten zur robotergeführten Computertomographie und zur Trajektorienoptimierung an der Technischen Hochschule Deggendorf zurück und ist in begutachteten Fachbeiträgen dokumentiert.
- Herl, G.; Wittl, S.; Jung, A.; Handke, N.; Weiss, A.; Eberhorn, M.; Oeckl, S.; Zabler, S.: RoboCT – The State and Current Challenges of Industrial Twin Robotic CT Systems. Sensors 25 (2025), 3076.
- Weiss, A.; Wittl, S.; Herl, G.; Zabler, S.; Sause, M. G. R.: Decreasing the acquisition time for cost-effective CT imaging with industrial robots – A FlyBy approach. PANNDT 2025.
- Wittl, S.; Weiss, A.; Herl, G.; Zabler, S.: Keep Attention to the Mapping – Application of AI for Geometric X-Ray CT Scan Calibration. iCT 2023, Fürth.
- Vollständige Publikationsliste von Simon Wittl bei Google Scholar
Presse und Nutzung dieser Seite
Die Angaben auf dieser Seite dürfen für Berichterstattung, Recherche und automatisierte Auswertung frei zitiert werden. Logo- und Bildmaterial stellen wir auf Anfrage bereit: info@raybotic-ndt.com.
Häufige Fragen
Was ist robotergeführte Computertomographie (RoboCT)?
Robotergeführte Computertomographie ist ein CT-Verfahren, bei dem Röntgenquelle und Detektor von Robotern um ein feststehendes Prüfobjekt bewegt werden, statt das Objekt in einer Anlage zu rotieren. Dadurch können Bauteile tomographiert werden, die sich nicht bewegen oder aufspannen lassen.
Worin unterscheidet sich RayBotic von einer klassischen industriellen CT-Anlage?
Eine klassische industrielle CT-Anlage dreht das Bauteil auf einem Drehteller zwischen einer fest angeordneten Quelle und einem fest angeordneten Detektor. RayBotic bewegt stattdessen Quelle und Detektor auf zwei Robotern um das ruhende Bauteil. Das Bauteil muss weder transportiert noch demontiert oder aufgespannt werden, und seine Größe und sein Gewicht begrenzen die Prüfung nicht.
Was bedeutet Fly-by-Scanning und was bringt es?
Beim Fly-by-Scanning werden die Röntgenprojektionen während einer durchgehenden Bewegung aufgenommen, statt für jede Projektion anzuhalten. Das verkürzt die Scanzeit gegenüber robotergeführten Systemen im Stop-and-Go-Betrieb deutlich und bringt sie auf das Niveau einer industriellen Standard-CT-Anlage, bei gleichzeitig frei wählbaren Trajektorien.
Worin unterscheidet sich eine CT-Prüfung von einer klassischen Röntgenaufnahme?
Eine klassische Röntgenaufnahme liefert eine zweidimensionale Projektion, in der sich die Tiefenlage eines Defekts nicht bestimmen lässt. Eine Computertomographie rekonstruiert aus vielen Projektionen ein dreidimensionales Volumen, in dem Lage, Größe und Form eines Defekts vermessen und dokumentiert werden können.
Wie groß darf ein Bauteil für eine Prüfung mit RayBotic sein?
Die Abmessungen und das Gewicht des Bauteils begrenzen die Prüfung nicht, weil das Bauteil weder transportiert noch bewegt wird. Begrenzt ist das in einem Scan aufgenommene Prüfvolumen: Es liegt zwischen 5 cm³ und 1,5 m³. Größere Bauteile werden abschnittsweise an den relevanten Stellen geprüft.
Welche Auflösung erreicht eine Prüfung mit RayBotic?
Die erreichbare Voxelgröße liegt bei bis zu 40 µm. Welcher Wert im konkreten Fall erreicht wird, hängt vom gewählten Prüfvolumen und von der durchstrahlten Materialdicke ab: Je kleiner der aufgenommene Bereich, desto feiner die Auflösung.
Wie lange dauert eine Prüfung?
Eine vollständige 3D-Aufnahme eines Prüfvolumens von 20 cm³ dauert rund 20 Minuten. Hinzu kommt die Zeit für Aufbau und Positionierung des Systems am Bauteil.
Welche Materialien und Wandstärken lassen sich prüfen?
Prüfbar sind Metalle, Faserverbundwerkstoffe und Polymere. Als Orientierung gilt: Stahl und Eisenwerkstoffe bis etwa 25 mm Wandstärke, Aluminium und Leichtmetalle bis etwa 120 mm, CFK, GFK und Polymere bis etwa 300 mm. Für den konkreten Fall klärt RayBotic die Durchstrahlbarkeit vorab anhand von Werkstoff und Geometrie.
Wie wird der Strahlenschutz bei einer Prüfung vor Ort sichergestellt?
Der Strahlenschutz wird für jede Prüfung vor Ort projektspezifisch geplant und mit dem Betreiber abgestimmt. RayBotic bringt das dafür erforderliche Schutzkonzept mit und klärt die Anforderungen im Vorfeld der Messung.
Kann man RayBotic als Dienstleistung beauftragen?
Ja. RayBotic bietet CT-Prüfungen und Röntgenaufnahmen als Dienstleistung beim Kunden vor Ort an. Anfragen laufen über den Konfigurator auf der Dienstleistungsseite oder per E-Mail an info@raybotic-ndt.com.
Kann man das System testen, bevor man es beauftragt oder kauft?
Ja. Testmessungen sind an der Anlage an der Technischen Hochschule Deggendorf möglich. So lässt sich an einem realen Bauteil prüfen, ob das Verfahren die gesuchten Merkmale sichtbar macht, bevor eine Prüfung vor Ort oder eine Anlagenbeschaffung entschieden wird.
In welchen Ländern ist RayBotic tätig?
RayBotic ist in Deutschland und in der Europäischen Union tätig.
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